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KrājumsLatviešu folkloras krātuve
KolekcijaRīgas Herdera institūta folkloras vākums
Atslēgvārdi
Vienības#LFK-1825-53
AtšifrējaUna Smilgaine
Pabeigts
Pārbaudīts
Labots2015-01-08 14:10:47
AtšifrējumsDu fingst an zu wachsen u. zu reifen. Jeder Stern sah ein höheres Wesen werden; aber noch lag Dämmerung über dir. Erst auf der Erde erwachte dein Geist, hier erlangtest du die erste Klarheit über den Sinn u. Zweck des Lebens. Hier erst auf der herrlichen Erde lerntest du deinen Gott kennen u lieben, u. hier reifst du mit eignem Wollen u. Kampfen einem höheren Sterne entgehen." 
Christel deckte die Hand über die Augen, um vom neuen Stern, ihrem Künftigen Wohnort etwas zu erschauen. Aber der Engel trat ihr in den Weg u. breitete weit seine Flügel aus.
"Nicht sehn wollen, Kind!" rief er. "Deine Augen ertragen nicht das Licht jenes Sternes, seine Sinne könnten das Grosse u. Herrliche jener Welt nicht fassen." 
Scheu sah Christel zu ihrem Engel auf. Wie wunderbar verwandelt war er: Eine helle Glorie umgab plötzlich seine Gestalt, die sich gleichwol licht von dem Goldgrunde hinter ihm abhob, u. auf seinem Antlitz lag ein unerklärlicher, ein himmlischer‚ Glanz. 
Christel ahnte den Grund dieser Wandlung in der Nahe jener andern, herrlichen Welt. Sie schloss wie geblendet die Augen u. flüsterte: "Wie wird's sein, wie wirds dort sein?'" Und der Engel erwiederte mit einer Stimme wie Tosaunenton: "Was kein Ohr gehört, u. kein Auge gesehn u. in keines Menschen Sinn je gekommen ist, das wird Gott denen geben, die tapfer den Erdenweg durchschritten u. zu jener Herrlichkeit heranreifen wollten."
Darbības

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