#LFK-1825-53

Nosaukums oriģinālā
Grossmutters letztes Märchen
Nosaukums
Grossmutters letztes Märchen
Vienības Nr.
53
Kategorijas
Valodas
Vācu valoda
Pierakstītājs
Iesniedzējs
Iesūtīšanas datums
1939 - 1940
Pierakstīšanas laiks/vieta
Rīga
Rīga
Piezīmes
Melodijas teksts 50. vienībā: http://garamantas.lv/lv/unit/185191/LFK-1825-50-Die-Trane
Atslēgvārdi
#LFK-1825-53
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Labots2015-01-08 14:01:55
AtšifrējumsDen Scheitel decken Silberhaare
Und immer matter wird der Blick.
/ Trūkst. /
Die zehnte Stufe zu erklimmen
Wird wol von Wenigsten erreicht,
Drum heisst's von dem, dem es gelungen,
Dass grosse Gnad' ihm Gott erzeigt.

53

Grossmutters letztes märchen
Grossmutters letztes märchen.
"Es war einmal ein kleines, frommes Mädchen, namens Christel. Sie ass immer hübsch ihren Suppen­teller leer; sie kniff nie die Geschwister u. kramte jeden Abend ordentlich ihre Spielsachen in den Schrank. Zwei der kleinen Enkelinnen knickten zusammen u. senk­ten schuldbewust die Köpfe.
Ohne den Blick zu hebcn, fuhr die Grossmutter fort: "Christeis Eltern brauchten sie nie zu berufen; sie sah ihnen die Wünsche von den Augen ab; auch wusste sie schon selbst, was gut u. was böse war. Das kam daher, das sie nie die Hand ihres Engele losliess, der immer neben ihr herging. Für andere war er unsichtbar. Ihr wisst doch, Kinder, dass nicht nur jedem Kinde, son­dern auch jedem grossen Menschen solch ein Engel vom Herrgott beigegeben ist, der ihn durchs ganze Leben begleitet. Als Christel 20 Jahre alt u. sehr verständig war, führte der Engel sie auf einen hohen Berg. Er zeigte ihr die unermesslich weite, herrliche Gottes­welt u. erzählte ihr von den Sonnen u. anderen Sternen darin, u. von ihren vorgezeichneten, ewigen Wegen in diesem Universum.
"Auch dem Menschen sind seine Wege vorgezeichnet", sprach der Engel weiter.
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#LFK-1825-53
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Labots2015-01-08 14:07:23
AtšifrējumsDarüber wunderte sich' Christel nun sehr; das hatte sie noch nicht gewusst u. nie gehört. "Ja, ganz genau vorgezeichnet, Christel. Siehe jetzt!"
Er berührte die Augen des Mädchens u. eine fremde, wunderbare Welt tat sich vor ihr auf. Sie sah einen weiten, endlos langen Weg vor sich u. hinter sich.
"Das ist der Weg des Menschen von Ewigkeit her zur Ewigkeit hin, Christel. Auch du gehst ihn."
Verwundert scheute Christel sich um.
"Was für Riesenberge der Weg dazwischen hat!" staunte sie.
"Das sind die verschiedenen Sterne im Weltenall, die Stationen des Menschengeschlechts auf dem Wege durch die Ewigkeiten. Du befindest dich zur Zeit auf einem solchen Stern, Christel. Das, ist die Erde!"
"War ich denn früher auf einem andern Stern, lieber Engel?"
Er zeigte auf den weiten, weiten Weg hinter ihnen. 
"All diese Sterne, diese Stationen hast du einst bewohnt. Was ihr Menschen Tod nennt, ist nur ein hinübergehn von einem Stern zum andern, von einer niedern Form des Lebens zu einer höheren, bessern."
Christel schlug die Hände zusammen vor Freude u. Verwunderung. "Ach", rief sie -"also jetzt auf der Erde ist das menschenleben schon eine höhere form! Wie war sie denn auf dem vorigen Stern u. den andern vorher?"
"Das will ich dir gern sagen, liebes Kind. Auf dem allerersten Stern warst du ein Pünktchen, ein Staubkorn, dem Gott der Herr Leben gab u. zu ihm sprach: "Entwickle dich! Entwickle dich weiter u. immer weiter. Werde einst Mensch - u. weiter über den Menschen hinaus etwas Hohes u. Grosses, dessen Keim ich in dich gelegt habe."
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#LFK-1825-53
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Labots2015-01-08 14:10:47
AtšifrējumsDu fingst an zu wachsen u. zu reifen. Jeder Stern sah ein höheres Wesen werden; aber noch lag Dämmerung über dir. Erst auf der Erde erwachte dein Geist, hier erlangtest du die erste Klarheit über den Sinn u. Zweck des Lebens. Hier erst auf der herrlichen Erde lerntest du deinen Gott kennen u lieben, u. hier reifst du mit eignem Wollen u. Kampfen einem höheren Sterne entgehen." 
Christel deckte die Hand über die Augen, um vom neuen Stern, ihrem Künftigen Wohnort etwas zu erschauen. Aber der Engel trat ihr in den Weg u. breitete weit seine Flügel aus.
"Nicht sehn wollen, Kind!" rief er. "Deine Augen ertragen nicht das Licht jenes Sternes, seine Sinne könnten das Grosse u. Herrliche jener Welt nicht fassen." 
Scheu sah Christel zu ihrem Engel auf. Wie wunderbar verwandelt war er: Eine helle Glorie umgab plötzlich seine Gestalt, die sich gleichwol licht von dem Goldgrunde hinter ihm abhob, u. auf seinem Antlitz lag ein unerklärlicher, ein himmlischer‚ Glanz. 
Christel ahnte den Grund dieser Wandlung in der Nahe jener andern, herrlichen Welt. Sie schloss wie geblendet die Augen u. flüsterte: "Wie wird's sein, wie wirds dort sein?'" Und der Engel erwiederte mit einer Stimme wie Tosaunenton: "Was kein Ohr gehört, u. kein Auge gesehn u. in keines Menschen Sinn je gekommen ist, das wird Gott denen geben, die tapfer den Erdenweg durchschritten u. zu jener Herrlichkeit heranreifen wollten."
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#LFK-1825-53
AtšifrējaKristers2016
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Labots2016-03-10 15:52:13
Atšifrējumsdich, spricht eine Träne: Ja, ich liebe dich.
Fails1825-Rigas-Herdera-instituts-01-012
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#LFK-1825-53
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Labots2016-04-14 12:28:29
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F. Gumbert

53

tekstu skat. nr. 50
Die Träne
Macht man ins Leben kaum den ersten Schritt, bringt man als Kind schon eine Träne mit u. [und] Freuden tränen bringt als ersten Gruss dem Kind die Mutter dem ersten
turpin.
Fails1825-Rigas-Herdera-instituts-01-013
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#LFK-1825-53
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Labots2016-04-26 20:30:54
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53

Kuss. Man wächst empor dann zwischen Freud und Schmerz, dann zieht die Liebe in das junge
Herz; u. offenbart das Herz der Jungfrau sich, spricht eine Träne dann: ich liebe
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Atvērt

Grossmutters letztes märchen.

"Es war einmal ein kleines, frommes Mädchen, namens Christel. Sie ass immer hübsch ihren Suppen­teller leer; sie kniff nie die Geschwister u. kramte jeden Abend ordentlich ihre Spielsachen in den Schrank. Zwei der kleinen Enkelinnen knickten zusammen u. senk­ten schuldbewust die Köpfe.
Ohne den Blick zu hebcn, fuhr die Grossmutter fort: "Christeis Eltern brauchten sie nie zu berufen; sie sah ihnen die Wünsche von den Augen ab; auch wusste sie schon selbst, was gut u. was böse war. Das kam daher, das sie nie die Hand ihres Engele losliess, der immer neben ihr herging. Für andere war er unsichtbar. Ihr wisst doch, Kinder, dass nicht nur jedem Kinde, son­dern auch jedem grossen Menschen solch ein Engel vom Herrgott beigegeben ist, der ihn durchs ganze Leben begleitet. Als Christel 20 Jahre alt u. sehr verständig war, führte der Engel sie auf einen hohen Berg. Er zeigte ihr die unermesslich weite, herrliche Gottes­welt u. erzählte ihr von den Sonnen u. anderen Sternen darin, u. von ihren vorgezeichneten, ewigen Wegen in diesem Universum.
"Auch dem Menschen sind seine Wege vorgezeichnet", sprach der Engel weiter.

Darüber wunderte sich' Christel nun sehr; das hatte sie noch nicht gewusst u. nie gehört. "Ja, ganz genau vorgezeichnet, Christel. Siehe jetzt!"
Er berührte die Augen des Mädchens u. eine fremde, wunderbare Welt tat sich vor ihr auf. Sie sah einen weiten, endlos langen Weg vor sich u. hinter sich.
"Das ist der Weg des Menschen von Ewigkeit her zur Ewigkeit hin, Christel. Auch du gehst ihn."
Verwundert scheute Christel sich um.
"Was für Riesenberge der Weg dazwischen hat!" staunte sie.
"Das sind die verschiedenen Sterne im Weltenall, die Stationen des Menschengeschlechts auf dem Wege durch die Ewigkeiten. Du befindest dich zur Zeit auf einem solchen Stern, Christel. Das, ist die Erde!"
"War ich denn früher auf einem andern Stern, lieber Engel?"
Er zeigte auf den weiten, weiten Weg hinter ihnen.
"All diese Sterne, diese Stationen hast du einst bewohnt. Was ihr Menschen Tod nennt, ist nur ein hinübergehn von einem Stern zum andern, von einer niedern Form des Lebens zu einer höheren, bessern."
Christel schlug die Hände zusammen vor Freude u. Verwunderung. "Ach", rief sie -"also jetzt auf der Erde ist das menschenleben schon eine höhere form! Wie war sie denn auf dem vorigen Stern u. den andern vorher?"
"Das will ich dir gern sagen, liebes Kind. Auf dem allerersten Stern warst du ein Pünktchen, ein Staubkorn, dem Gott der Herr Leben gab u. zu ihm sprach: "Entwickle dich! Entwickle dich weiter u. immer weiter. Werde einst Mensch - u. weiter über den Menschen hinaus etwas Hohes u. Grosses, dessen Keim ich in dich gelegt habe."

Du fingst an zu wachsen u. zu reifen. Jeder Stern sah ein höheres Wesen werden; aber noch lag Dämmerung über dir. Erst auf der Erde erwachte dein Geist, hier erlangtest du die erste Klarheit über den Sinn u. Zweck des Lebens. Hier erst auf der herrlichen Erde lerntest du deinen Gott kennen u lieben, u. hier reifst du mit eignem Wollen u. Kampfen einem höheren Sterne entgehen."
Christel deckte die Hand über die Augen, um vom neuen Stern, ihrem Künftigen Wohnort etwas zu erschauen. Aber der Engel trat ihr in den Weg u. breitete weit seine Flügel aus.
"Nicht sehn wollen, Kind!" rief er. "Deine Augen ertragen nicht das Licht jenes Sternes, seine Sinne könnten das Grosse u. Herrliche jener Welt nicht fassen."
Scheu sah Christel zu ihrem Engel auf. Wie wunderbar verwandelt war er: Eine helle Glorie umgab plötzlich seine Gestalt, die sich gleichwol licht von dem Goldgrunde hinter ihm abhob, u. auf seinem Antlitz lag ein unerklärlicher, ein himmlischer‚ Glanz.
Christel ahnte den Grund dieser Wandlung in der Nahe jener andern, herrlichen Welt. Sie schloss wie geblendet die Augen u. flüsterte: "Wie wird's sein, wie wirds dort sein?'" Und der Engel erwiederte mit einer Stimme wie Tosaunenton: "Was kein Ohr gehört, u. kein Auge gesehn u. in keines Menschen Sinn je gekommen ist, das wird Gott denen geben, die tapfer den Erdenweg durchschritten u. zu jener Herrlichkeit heranreifen wollten."

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