#LFK-1825-235

Nosaukums oriģinālā
Die Liven werden nie aussterben
Nosaukums
Die Liven werden nie aussterben
Vienības Nr.
235
Kategorijas
Valodas
Vācu valoda, Lībiešu valoda
Iesūtītājs
Iesūtīšanas datums
1939 - 1940
Pierakstīšanas laiks/vieta
08.12.1931
Piezīmes
Dzirdēts biedrības "Dzimtenes ceļinieki" (Verband der Heimatwanderer) mājā.
Atslēgvārdi
#LFK-1825-235
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Labots2016-04-20 18:32:17
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L i v i s c h .
(Rozalie Djiadkowsky.)
Abschrift aus der Altertumsbibliothek Riga.

Ursprungssagen:  2
Dondangener Ortsnamensage: 1
Lihgosage: 1
"Mädchen ohne Hände": 1
Wassermutter, =geister: 1
Teufelssagen: 3
Weisze [Weisse] Frau: 1
Werwölfe: 1
Zaubersagen: 2
Krankheit als Person: 1
Über Geschichtenzähler: 1
(15 Nummern.)

L i v i s c h e  S a g e n
erzählt im Heim des "Verbandes der Heimatwanderer"
am 8. Dezember 1931
von Rozalie Djiadkowsky-Ranne, stenographisch aufgenommen von Elisabeth Hartmann und Erna Schmidt.

Ich bin sehr froh, Ihnen etwas zu erzählen, aber ich muss mich entschuldigen, wenn ich nicht richtig deutsch spreche, weil livisch [Livisch] meine Muttersprache ist und ich auch nur immer livisch denke.

235

In der ersten Erzählung werde ich berichten, was meine Grossen      
Fails1825-Rigas-Herdera-instituts-01-094
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#LFK-1825-235
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Labots2016-04-20 18:36:16
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235 turp.

Grosseltern und mein Vater mir zu Herzen legten, um es nie zu vergessen. Sie glaubten es, dass die Liven ein Volk ist, das nie aussterben wird, und auch ich glaube, dass sie nie aussterben werden. Meine Grosseltern erzählten mir so: "Kinder, Ihr dürft es nie vergessen und müsst es immer wieder weitererzählen, wie Ihr es von Euren Grosseltern und Eltern gehört habt. Vor mehreren hundert Jahren sind die Liven so ausgeschlachtet worden, dass nur drei Familien nachgeblieben waren, weil die Liven Krieg führten und die Männer meist alle in den Krieg zogen. Es waren nur die Frauen und die Kinder allein zu Hause geblieben, und dann mussten sie gehorsam sein und das Haus allein aufpassen. So waren drei Familien geblieben: eine Familie zwischen Rojen und Domesnäs, eine zwischen Domesnäs und Gross-Irben und eine zwischen Gross-Irben und Lyserort. Wenn die Männer im Kriege waren, gab es nur Frauen und Kinder; selten kamen die Männer nach Hause. Von der Familie zwischen Domesnäs und Gross-Irben, woher auch ich stamme, davon werde ich heute erzählen.
Es war eine junge Frau mit Kindern. Die Häuser waren verbrannt und sie lebten in ärmlicher Erdhütte, maoli tuba nannten sie diese. Der Mann war gerade zurückgek ehrt  [zurückgekehrt] und erzählte von seinen Erlebnissen auf dem Kriegsschauplatz. Auf einmal hörte er Schritte und sagte: "Da höre ich Schritte und Stimmen, ich will gehen und nachsehen, wer das ist. "Die Frau hiebt [hebt] ihn zurück: "Geh nicht fort, bleib hier, es kann Dir Schlimmes widerfahren. Ich bin so jung und unsere Kinder sind so klein, ich könnte nicht allein mehr fertig werden." "Nein", sagte der Mann, "ich muss gehen und Ihr [ihr] müsst zu Hause bleiben." Aber bei den Liven ist es nicht so, wie bei den andern [anderen] Völkern: die Frauen sind gehorsam und tun, was ihre Männer ihnen sagen. Der Mann wollte nachsehen, was passiert; dazu sind die Männer da, damit sie nach dem Rechten sehen. Der Mann liess nicht nach, denn die Liven sind
Fails1825-Rigas-Herdera-instituts-01-095
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#LFK-1825-235
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Labots2016-03-22 13:15:36
Atšifrējumssehr hartnäckig, und nicht hören sie auf Frauen und Kinder; was sie sich in den Kopf gesetzt haben, das tun sie. Wären sie nachgiebig, wie die Letten, so wären sie vielleicht längst ausgestorben. Jetzt hört er wieder die Stimmen draussen; er geht hinaus. Die Frau bittet sehr, aber er geht doch. Er hört zwei Stimmen, aber er sieht nichts, weil es schon dunkel war. Eine Stimme kam von rückwärts von einem Mann, der sagte: "Komm mit!" dann hörte er wieder die Stimme eines Jungen und eines Alten. Der Alte sag e [sagte]: "Und das war kein Traum.... und da erkannte ich meine Brüder an den Spuren. Zwischen Tausenden hätten wir die livischen Spuren herausgefunden. Wir sind wochenlang gegangen und haben gesagt, wir werden irgend etwas finden. Wir haben niemand gesehen, aber Spuren waren da. "Der Mann hört die junge Stimme antworten, der Sohn antwortet: "Sieh, Vater, ja es war kein Traum; wir haben beide die Spuren erkannt und haben beide sie geküsst. Ich werde nicht essen und nicht ruhen, bevor ich die Brüder gesehen habe." Der Vater sagte: "Das ist schön gesprochen; ich freue mich, solche Worte zu hören. Das sind Livenworte, aber das sind harte Worte. Wir haben wochenlang gesucht und niemand gefunden. Wie willst Du heute nacht  [Nacht] etwas finden? Weder sehen wir Rauch noch Feuer." Aber kaum hatten sie diese Rede beendet, da sprach eine dritte Stimme, das war der Mann, der herausgekrochen war: "Wer so sucht und finden will, wie der Junge, der wird nicht verloren gehen. Ich bin hier und meine Familie, und bitte Euch zu uns zum Abendbrot. Meine Frau bereitet eben des Essen." So gingen sie hin und hatten alle Platz. Bis zum frühen Morgen haben sie erzählt und geredet. Am Tage haben sie meist geschlafen, weil sie sich nicht zeigen wollten, da noch immer Krieg war: Die Spuren haben sie erkannt, weil die Liven ihre Stiefel aus hartem Lederselbst [Leder selbst] nähten und ihre Stiefel grosse Sohlen hatten; sie mussten im Wasser waten, und im Sande und im
Fails1825-Rigas-Herdera-instituts-01-096
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#LFK-1825-235
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Labots2016-03-22 13:52:26
AtšifrējumsWalde mit diesen Stiefeln. (Sie wurden noch in der Zeit getragen, als ich klein war, wo mein Vater auch uns diese Stiefel selbst nähte. Später wurden die Stiefel nicht mehr selbst genäht, sondern gekauft.) Der ältere Mann erzählte auch: "Die Sachsen tragen einen feinen schmalen Stiefel, daran erkennt man, dass sie hier gegangen sind. Die Letten tragen Pasteln; aber solche Stiefel, das sind Livenspuren, denn das sind eigengenähte Stiefel." - Aus diesen drei Familien sind dann die Liven entstanden, die jetzt noch sind. Damals‚ zu Grossmutters Lebzeiten, wurden noch an 3000 Seelen gezählt, und so glaube ich auch, dass wo es jetzt 1500 sind‚ und wenn die Liven zusammenhalten‚ so auch wieder einmal mehrere tausend Liven dastehen [da stehen] können.

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Nun will ich lhnen erzählen ein Märchen nach livschen Sinne, wie Kurland und die baltischen Provinzen geschaffen wurden. Mein Vater hat es mir so erzählt und sagte diese Worte: nei um kuremo - der Teufel hat das Land geschaffen; aber im Deutschen habe isch gelesen‚ dass man es Gottesländchen nennt.
Als Gott die Erde schuf‚ war nichts da‚ nach Livenmeinung war sie leer und überall nur eine schmutzige verstaubte Wüste. Da kommt denn Gott und hat auch gerufen den Teufel, der damals noch der beste Engel war‚ und sagte: "Geh und raff zusammen so viel Staub, wie Du kannst, und bring es mir!" Der Teufel dachte‚ wenn Gott auch lässt Staub zusammennehmen, so will er etwas damit machen‚ ich muss von dem Staube etwas verstecken. Er hatte aber keine Kleider und Taschen. Der Teufel nahm nun Staub in den Mund und Erde, so viel er halten kann‚ und auch in die Faust nahm er Staub und hat ihn gebracht. Er übergibt den Staub Gott‚ und Gott nimmt den Staub un sagt: "Es soll alles waschen und grün werden.
Fails1825-Rigas-Herdera-instituts-01-097
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