#LFK-1825-239

Nosaukums oriģinālā
Wunderknabe
Nosaukums
Brīnumzēns
Vienības Nr.
239
Kategorijas
Valodas
Vācu valoda, Lībiešu valoda
Iesūtītājs
Iesūtīšanas datums
1939 - 1940
Pierakstīšanas laiks/vieta
08.12.1931
Piezīmes
Dzirdēts biedrības "Dzimtenes ceļinieki" (Verband der Heimatwanderer) mājā.
Atslēgvārdi
#LFK-1825-239
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Labots2016-02-25 17:04:07
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239

Dann wird von einem Wunderknaben ein Märchen erzählt. Es waren drei Prinzessinnen oder drei schöne Mädchen, die mit Wundergaben ausgestattet waren. Einmal befanden sie sich ganz allein auf dem Felde und banden Garben. Da kam ein Herr sie freien, weiss aber selbst nicht, welche er nehmen möchte. Da kommt die älteste Schwester und sagt zu dem Herren:  "Nimm mich, ich verstehe zu brauen, - aus drei Körner drei Fass Bier! Und die andere sagt: "Nimm lieber mich, ich kann aus drei Körnern drei Ofen Brot ausbacken!" Aber die dritte war sehr still und bescheiden und sagte: "Nimm mich, denn ich werde eieinen [einen] Sohn gebären, der wird in der einen Hand die Sonne und in der anderen den Mond haben. "
Der Herr verstand es wohl, dass dies ein mächtiger Junge sein würde, der die Sonne in einer Hand und den Mond in der anderen Hand hätte und dass die Allerbeste sein wird. Und er heiratet die Jüngste. Da kommt der ewige Krieg dazwischen, und der König muss seine junge Frau zu Hause lassen und in den Krieg ziehen. Aber er schreibt seiner jungen Frau nach Hause, sie soll nur hübsch und artig zu Hause bleiben, er würde bald zurückkomen und sie nie verlassen. Wenn das Kind geboren wird, soll sie ihm gleich schreiben, wie es aussieht. Das Kind wurde geboren,so, wie ich es gesagt habe, und er hat in einer Hand den Mond und in der anderen die Sonne. Aber die Schwestern waren neidisch und böse und hatten den Boten mit dem Brief abgekauft und den Brief gefälscht. Dem Manne schrieben sie so: "Ich habe Dir einen Sohn geboren, aber er ist weder ein Mensch, noch eine Katze, noch ein Hund. Was soll ich mit dem Kinde tun?" Der Vater liest den Brief un [und] schreibt zurück: "Möge er sein Katze, Hund oder Mensch, halte und pflege ihn, bis ich zurückkomme, und ich glaube, ich komme bald."
Fails1825-Rigas-Herdera-instituts-01-102
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#LFK-1825-239
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Labots2016-02-25 14:05:21
AtšifrējumsAber die Schwestern nahmen auch diesen Brief an sich, zerrissen ihn und schrieben so: "Wenn der Sohn weder ein Mensch, noch ein Hund, noch eine Katze ist, so sollst Du ihn umbringen." Da schrieb sie wieder und ist sehr traurig: er hat auf den Sohn gewartet; warum muss ich ihn umbringen? Er ist doch hübsch. Die Schwestern hatten ja den Brief gefälscht und geschrieben: bring ihn um. Da schrieb sie noch einmal dem Manne: "Der Sohn ist geboren, wie ich gesagt habe und ist ein hübscher, starker Knabe." Doch die Schwestern hatten den Brief wieder gefälscht. Er schrieb zurück: "Sei er ein Hund, eine Katze oder ein Mensch! wenn ich zurückkomme, werde ich selbst sehen, was ich tun soll."  Aber wieder wurde der Brief umgeschrieben von den Schwestern, sie soll das Kind töten. Dreimal sind solche Briefe gegangen, und sie wird sehr traurig. Im zweiten Brief war geschrieben: "Wenn Du das Kind nicht umbringst, werde ich Dich selbst umbringen." Im dritten Brief war geschrieben, wie man die Frau umbringen soll: man solte die Frau mit dem Kinde in die Badestube werfen, damit sie dort im Dunst umkommen sollen. (In den alten Badestuben sind in einer Ecke Steine zusammengelegt und diese werden heiss geheitzt. Darauf wird Wasser gegossen. Die Hitze kommt von den heissen Steinen und im Zimmer ist Dunst. Es würde nie jemand in die Badestube gegangen sein, bis der Dunst verschwunden war.) Sie denkt: "Wie soll ich nun das Kind retten?" Sie bittet den Jäger: "Bring das Kind in den Wald. Nimm mit Dein Hündchen, schlag es tot und mir Herz und Lunge, damit die Schwestern sehen, dass es tot ist." Er bringt das Kind in den Wald und ist selbst sehr traurig und lässt das Kind in einer Vertiefung sitzen. Dann schlachtet er das Hündchen, nimmt das Herz und die Lunge für die Schwestern zum Zeichen, dass das Kind getötet ist. - Im Walde kommt ein alter Mann, nimmt das Kind und trägt es fort.
Fails1825-Rigas-Herdera-instituts-01-103
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#LFK-1825-239
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Labots2016-02-25 14:48:23
AtšifrējumsNach einigen Jahren kommt der König nach Hause und fragt nach seiner Frau und seinem Kinde. Da erzählen die Schwestern, dass die Frau gestorben ist mit dem Kinde und nicht mehr da sind. Er aber denkt, da ist etwas nicht in Ordnung, und ruft die Herren zusammen und auch all Bauern, denen werden Rätsel aufgegeben, und wer das Rätsel lösen wird, der wird gut beschenkt werden. Auf einem Tisch wird ein Kasten gelegt. Und der König sagt: "Wer erraten kann, was in diesem Kasten ist, der wird reich belohnt, denn ich bin sehr reich." Sie raten hin und her, aber niemand weiss das Richtige. In einer Ecke steht da ein kleiner Junge mit einem Bettler. Keiner kann raten, was in dem Kasten ist. Da sagt der kleine Junge: "Vater, lass mich auch raten, ich möchte auch so gerne." Der Vater sagt ihm: "Sei doch still!" Und er bittet wieder: "Aber ich möchte doch so gerne!" Mehrere Mal bittet er den Alten, er soll ihn raten lassen. Da hören das die Herren und sagen: "Was spricht der Junge?" Der Alte sagt: "Was kann solch ein kleiner Junge schon wolle!" Da sagt der König: "Jeder hat das Recht, zu raten, gross [groß] und klein; wenn die Grossen nicht raten können, soll das Kind raten!" Da sagte der Knabe dem König nicht nur, was sich im Kasten befinde, ohne dass die Anderen das verstehen konnten, auch die Stückzahl des Inhalts gab er an und liess ihn paarweis aus dem Kasten durch seine Hand wandern. "Zwei Nüsse in meiner Hand", war des Knaben Antwort. Er sagtee [sagte] immer wieder "zwei Nüsse in meiner Hand" und erzählte die ganze Geschichte von der drei Schwestern und dem Vater, der in den Krieg ging. Die Briefe kamen und gingen und wurden gefälscht  - zwei Nüsse in meiner Hand - und sie haben die Mutter in eine heisse Badestube geworfen und umgebracht und meine Mutter hat mich in den Wald bringen lassen - zwei Nüsse in meiner Hand - und ein Bettler hat mich gerettet. Ich hatte wohl Sonne und Mond und meinen Händen, darum waren die Schwestern so böse."
Fails1825-Rigas-Herdera-instituts-01-104
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#LFK-1825-239
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Labots2016-02-25 16:27:51
AtšifrējumsEr erzählt weiter, wie der Vater vom Kriege kam und  "unter dem Fenster ist meine Mutter begraben." Und er zeigt Sonne und Mond in seinen Händen. Und die Mutter steht auf und kommt durchs Fenster zu ihnen herein und sagt: "Hier bin ich." Als man den Kasten öffnete, war er leer. Aber auch der Bettler war verschwunden. (Im Livenvolke glaubt man immer noch, Gott komme in eines Bettlers Gestalt. Und Vater und Mutter nahmen stets einen Bettler auf und pflegten ihn und er wohnte wochenlang dort, und die Kinder sind gehorsam und denken, Gott kommt in des Bettlers Gestalt, livisch: Jumal tutal sant nägso).
So war der kleine Junge denn gerettet und der Vater bekam sein Kind und seine Frau zurück, aber die Schwestern wurden hingerichtet. Sie wurden in ein Fass, in das Piken steckten, gelegt, und das Fass wurde vom Berge hinuntergelassen, damit es rollend sie allmählich töte. Auch der falsche Bote wurde so hingerichtet.

240

Die Liven haben auch geglaubt an die Wassermutter und an Wassergeister. Einmal gingen zwei Fischer und legten Netze am Abend ins Meer, und sie blieben im Boot, um die Netze zu bewachen, sonst könnten Schiffe kommen und die Netze zerstören. Sie legten sich zu letzt schlafen. Da hörte der eine von ihnen eine Stimme: "Zieh den Anker weg, er steht vor meinem Haustor: meine Tochter ging zur Trauung und kann nicht mehr ins Haus zurück." Der Fischer denkt, er träumt und legt sich wieder schlafen. Zum zweiten Mal ist die Stimme noch stärker. Zum dritten Mal wird er wieder geweckt und die Stimme sagt, sie sollen endlich fortgehen. Da zieht er seinen Anker weg, wie sie befahl, und das Boot geht weiter. E war auch ein Musiker, liebte die Geige zu spielen und konnte auch gut singen. Seine Geige nahm er immer mit und spielte auch auf dem Meere.
Fails1825-Rigas-Herdera-instituts-01-105
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