#LFK-1825-3139

Nosaukums oriģinālvalodā
Bericht von der volkskundlichen Studienfahrt nach Neuhausen
Nosaukums
Bericht von der volkskundlichen Studienfahrt nach Neuhausen
Vienības Nr.
3139
Valodas
Vācu valoda
Iesūtītājs
Pierakstītājs
Iesūtīšanas datums
1939 - 1940
Pierakstīšanas laiks un vieta
18.06.1935
Dzirdēšanas vieta
11.06.1935 - 14.06.1935, Valtaiķi
Valtaiķi, Laidu pagasts, Kuldīgas novads
Atslēgvārdi
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Labots2016-04-20 00:15:31
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3139

Bericht von der volkskündlichen [volkskundlichen] Studienfahrt nach Neuhausen. /11-14. VI 1935./

Die Fahrt, so gering auch ihr rein volkskündlicher [volkskundlicher] Erwag ist, bedeutete ein grosses und tiefes Erlebnis. Deutsche Kolonisten in Streusiedlung - das ist etwas, was man selber sehen muss, um es zu verstehen.
In der wiet [weit] ausgezogenen Gemeinde Neuhausen /heute Valtaiķi/ leben Letten und Deutsche vermischt untereinander.  Dieses durcheinander [Durcheinander] sowohl wie auch die sehr weiten Entfernunge zwischen den einzelnen deutschen Gesinden verhindern ein Gemeinschaftsleben eigener Art; damit aber fehlt die Quelle, aus der das entspringt, was wir "dörfliche Gemeinschaftskultur" heissen - die dörfliche Gemeinschaft fehlt! Jeder ist mehr oder weniger auf sich alleine gestellt, ist gewissermassen ein König in seinem Reich. - Die ganze dorfanlage [Dorfanlage] von Neuhausen ähnelt mehr einer zufälligen Zusammenfügung von Einzelgesinden als einer organischen dorfeinheit [Dorfeinheit]; Neuhausen scheint in grösserem Musse [Masse] eine verweltumstechnische Zusammenfastung [Zusammenfassung] von Einzelsiedlungen zu sein als eine Entziechung [Entziehung] etwa zu unseren reichsdeutschen Waldhufendörfern zu bilden.

Dieser Lage zufolge konnten in den beiden zur verfügung [Verfügung] stehenden Tagen nur einige deutsche gesinde [Gesinde] besucht werden. Es war stets ein rund einstündiger Anmarsch notwendig, und dann wollten wir auch wenigstens mehrere Stunden auf dem Gesinde bleiben. Da alss [als] unser Eindrück [Eindruck] nur auf Grund von einigen wenigen Besuchen wie von den ergänzenden Erzählungen der Heuztlehrerin [Hauptlehrerin], Frau Prechtel, gewommen [gewonnen] werden konnte, zwang sich uns die Notwendigkeit auf, den Entschluss zu lessen [fassen], später nochmals zur genauen Erkenntnis von Neuhausen dorthin zu fahren und dort längere Zeit zu leben.

Noch ein dritter Punkt verhindert ein ausgeprägtes deutsches Gemeinschaftseben. Die dort anfässigen [ansässigen] deutschen Siedler sind nicht mit einem Male nach Neuhausen hingekommen, sondern zugang  verschiedenen Zeiten. Sie müssen sich als erst kennenlernen, was durch die weiten Entfernungen wie durch die zwischen ihnen wohnenden Letten natürlich sehr erschwert wird.   
Aus diesem Grund hätte gerade in Neuhausen unsere "WVolkskündliche [Volkskundliche] Forschungsstelle" besonders wichtige Aufgaben.  
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Labots2019-04-22 14:07:45
Atšifrējums3139 turp.
Es geht hier nicht so mehr darum, Forschungsmaterial zu gewinnen, als vielmehr darum in volkskundlich klugem Sinne zu helfen. Nach unseren Erfahrungen scheint eine dortige deutschen Gemeinschaftskultur im Entstehen begriffen zu sein. Diese Bildung müsste aber vege [rege] unterstützt werden, vielleicht könnte man sie auch in bestimmte und günstige Bahnen lenken.
Früher besassen die deutschen Kolonisten einen Kulturmittelpunkt, der ihnen Halt bot: das grosse deutsche Gut! Baron Manteuffel auf Katzdangen hat eine Teil der Neuhausenschen deutschen Siedler geholt, und es ist fast erschütternd zu sehen, wie er heute noch lebendig und wirksam ist. In der Familie Sonnenberg z.B. steht ein Bild am Ehrenplatz /auf dem Schreibtisch im grossen Festzimmer/, und die Familienglieder erzählen gern und voll dankbarkeit [Dankbarkeit] von ihm. Oder Herr Meier berichtet heute noch voll Begeisterung von den auf dem Manteuffelschen Gute verbrachten Jahren, wo sein Vater Gärtner war. Dieser Kulturmittelzunkt [Kulturmittelpunkt], der durch viel Arbeit, Feste, Besuche und viel Geld stetes Interesse, stetes Gesprächsthema und stete gute Anregung bot /Rittergut als Kulturwirkende /,fehlt. Die Kolonisten sind in viel stärkerem Masse auf sich gestellt, d.h. ihre Eigenform ist mehr als früher gefährdet.
Diese Tatsache offenbart sich am deutlichsten in den Mischehen, die nach Aus agen [Aussagen] von Frau Prechtel ziemlich häufig sind. Die Letten sind nicht nur wirtschaftlich besser gestellt, sondern sind ebenfalls nach Aussagen von Frau Prechtel, die über eine 17 jährige Erfahrung verfügt - auch Kulturall [kutlurell] überlegen. Deutsche Kolonistensähen [Kolonisten sähen] und
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Labots2016-04-01 00:48:10
Atšifrējumstöchter  dienen auf lettischen Gesinden und heiraten dann auch Letten, bzw. Lettinnen. Auch waren bislang lettische Bälle die einzigen Tanzgelegenheiten, zu denen alle gingen.
So besitzt also heute die deutsche Shule [Schule] in Neuhausen eine ganz besondere Bedeutung. Von ihr gilt es einiges mehr zu sagen. Sie ist nicht mir [nur] Schule, sondern zugleich Internat. Die Kinder, die sonst unendlich lange Wege tagtäglich zu gehen hätten, komen [können] ganz dort untergebracht werden, und zwar für erstaunlich billiges Geld. Jedes Kind beaucht [braucht] für die Verzflegung [Verpflegung] eines Monats 2.50 Lats zu zahlen! Schulbücher sind frei, Ferner ist die Menschen Anstalt nicht und Grundschule, sondern umfasst 6 Klassen, sagt [sorgt] also für eine bessern [bessere] Ausbildung. Es werden dort insgesamt 161 Kinder unterrichtet, von denen nur ein kleiner Hundertsatz aus Neuhausen und Sicksaten kommt. 120 Kinder wohnen im Internat. Die Kinder stammen aus: Kurmahlen, Wirgen, Schnegeln /bei holdingen [Holdingen]/, Ketzdengen, Rutbahren, Telsgadern, Kalwen, Assitten, Sieksaten und Neuhausen. 20-25 Kinder Kommen [kommen] aus Neuhausen, 13 aus Sieksaten!
Die Schule steht auf dem klugen Grundsatz, die Schulzeit den Kindern zum grossen Erlebnis werden zu lassen; so darf nach Herzenslust gespielt und gelobt werden. Tutsäglich [Tatsächlich] nehmen auch die Kinder eine sehr gute Erinnerung an die Schule mit ins Leben; so ersetzt die Schule also in gewister [gewisser] Weise die Rolle des ehemaligen "Rittergutes" als kulturstäckend u. [und] kulturerhaltend. Die Liebe zur Schule konnten wir nicht nur nicht nur aus den Berichten der
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Labots2019-04-18 16:39:31
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3139 turp.
Schulleiterin Frau Prachtel entnehmen, die von der anhänglichen und vertrauensvollen Gesinnung der einstigen Schüler und Schülerinnen zu berichten wusste, sondern auch aus den Bemerkungen eben dieser ehemaligen Schüler und Schülerinnen selbst, die von ihrer Schulzeit mit grosser begeisterung [Begeisterung] erzäjlten [erzählten].
Die Eltern sagen u.a.: "Die Kinder sind sich so gedreist mit die Lehrers", um damit auszudrücken, dass in der Schule ein fröhlicher und ungezwungend [ungezwungener] Ton herrscht.
Da die Schule die Kinder aber nur bis zum 14. oder 15. Lebensjahr in Abhut [Obhut] hat, macht sich eine anhaltendere kulturelle Beeinflussung notwendig, sonst kann der Schuleinfluss leicht und schnell überdeckt werden. Daher ist auch vor wenigen Jahren ein deutscher Jugendbund Gründungsdatum: 1. Advent 1933, gegründet worden, der aufänglich [anfänglich] 45-50, jetzt aber nur noch 20-25 regelmässige Mitglieder zählt. Man kommt sonntags zusammen, aber in letzter Zeit nur zu geselligen Zwecken. Hier könnte vielleicht die Arbeit der "Volkskundlichen Forschungsstelle" einsetzten u. vertiefend und im besten Sinne gemeinschaftsfördernd u. kulturbildend wieken [wirken].

Diesem Gesamtbild sein [seine] Einzeltatsachen angefügt:
Es gibt eine deutsche Pfarre /Pastor Busch/ und eine lettische Pfarre /der deutsche Pastor Friberg/ am Pastor Busch ist zugleich Lehrer an der Schule, ferner bewirtschaftet er gezachtete [gepachtete] 60 Lofftellen.
Die Gemeinde ist sehr religiös; Kirchgang ist obligatorisch
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Labots2019-04-18 16:43:59
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3139 turp.
Die deutsche und lettische Gemeinde benutzen dieselbe Kirche. Es herrscht auch eine gewisse Frömmelei. Es gibt eine Brüderschaft, deren Hauzt [Haupt] Sonnenberg ist; in seinem Hause kommt man regelmässig zu Sonderendachten [Sonderandachten] zusammen, die Petrila abhält. Zur Brüdergemeinde gehören nicht alle deutschen Kolonisten. Die Brüder halten sich für sündlos klutschen und geunern [gaunern] aber nichtsdestoweniger.
Herkunft.
Ein Teil der Kolonisten ist schon 1906/07 gekommen, ein anderer 1912/14. Ein dritter Teil siedelte sich erst in den letzten Jahren an.
Zur ersten Schicht gehören Sonnenbergs, zur zweiten Meiers und Schmiedts, zur dritten Blocks, Wildes, Genkel, Matzke. Das sind nur einige Beispiele Restlose Untersuchung darüber konnte nicht durchgeführt werden.
Auch die ursprüngliche Herkunft hat nur bei einigen Kolonisten festgestellt werden können.
Herrn Sonnenbergs Vorfahren stammen aus Ponemern [Pommern], Frau Sonnenbergs Ahnen dagegen aus Württemberg. Sie sind nach Kurland aus Wohlynien eingewandert. Frau Sonnenberg hat einige schwäbische Spracheigentümlichkeiten: erscht.
Die Familie Angersbach kommt aus Schwaben, spreshcen [sprechen] heute noch bisweilen schwäbisch. Kommen nach Kurland aus der Wolga - Kolonie.
Mildes sind aus Wolhynien eingewandert.
Blonk stammt aus Pommern. Hat Brüder in deutschland [Deutschland] /Baiern/ wohnen. Er ist erst seit einem Jahr in Neuhausen, vorher als Verwalter auf anderem Kurländischen hut [Gut].
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Labots2019-04-14 21:08:40
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3139 turp.
Berufsaufbau.
Die deutschen [Deutschen] in Neuhausen gliedern sich in vier verschiedene Gruppen, venn [wenn] sie nach ihrem Beruf betrachtet werden.
Geistige Aberschicht [Oberschicht]: Pastor, Lehrer, Lehrerinnen.
Die Eigentümer: die deutschen Kolonisten, die eignes Land haben, also selbständige Bauern sind.
Die Handwerker: Es gibt verschiedene deutsche Handverker [Handwerker] am Ort, z. B. 2 Schuhmacher, i Stellmacher und Tischler, 1 Schmied.
Die Einwohner: das sind die deutschen [Deutschen], die kein eigenes haben, sondern bei Besitzenden einwohnen u. als Knechte ihr Brot verdienen.
Kinderreichtum.
Der Kinderreichtum ist durschschnittlich [durchschnittlich] gross; Frau Pomhtel nannte als durchschnittszahl [Durchschnittszahl] 8. Wegen dieses Reichtums müssen die Kinder auf Dienste gehen, bzw. abwandern. Als Abwanderungsziel würde vor allen Schlak, dann auch Amerika genannt. 2 Söhne von Sonnenbergs z. B. leben heute in Brasilien.
Verhältnis zu den Letten.
Ist im allgemeinen gut. In Notfällen helfen sich die Rechbarn [Nachbarn], ganz gleich, ob es sich um deutsche [Deutsche] oder Letten handelt. Viele Mischlingen /vgl. oben/ haben ein Abbröckeln des deutschtums [Deutschtums] zur Folge.
Beobachtungen auf Einzelgesinden.
Sonnenberg.
Der Hof heisst Basen. Altes lettisches Gesinde, nur gesäubert und geweisst. 1906/07 von Manteuffel-Katzdangen geholt; grosse Verehrung für ihn. 93 Lofstellen gross.
Personen: ein altes Ehepaar Sonnenberg, dazu ein junges
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Labots2019-04-10 20:56:57
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3139 turp.
Ehepaar S. mit kleinem Kind. Vater der jungen Frau ist Russe.
Mit Ausnahme des jungen S. sehr fromme Familie /vgl. oben/
Keine Aufdringliche Trömmigkeit [Frömmigkeit]. Libelsprüche [Bibelsprüche] an der Wand. Auf den Schlunemerkissen [Schlummerkissen] dagegen Schlafenssprüche.

Das alte Ehepaar wohnt auf der einen, das junge auf der anderen Seite des Hauses. Getrennte Küche!
Brunnen ist kein Stangenbrunnen, sondern das Wasser wird in einem Eimer an einer Welle Hochgezogen. Geschlossener Brunnenkasten in dachform.
Vor dem Stall die Pferdekrippe, in der im Sommer die Pferde gefüttert werden.
Grosser Garten. darin gutes Obst /prachtvolle Kirschbaume!/ viele Erdbeeren.
6 Kühe, 2 Pferde, 1 Füllen.

3140

Namen der Kühe u.a. Weisskopf, Sterna, Magon....

3141

Hund heisst Doggy / ist aber ein Mischling /

3139 turp.

Im Haus merkwürdige Bank; Sitz ist abhebbar, darunter Kasten zur Aufbewehrung [Aufbewahrung] von Hegenständen [Gegenständen].
Letten sehr hoch aufgeschichtet. In 2 Kisten. Decken nicht selbst, aber aus eigener wolle gewoben. Die junge Frau kann famose Handarbeiten /Strickreien u. Stickreien [Stickereien]/ machen.
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Labots2019-04-19 20:24:31
Atšifrējums3139 turp.
Interessant [Interessante] norddeutsch Saatgew. nheiten [Einheiten], die Zuerst [zuerst] Staumen [Staunen] erregten: Luzinen [Lupinen] auf den Roggen gesät, zur Eindüngung. Vor einigen Jahren säte der alte Sonnenberg auch noch Raps; der ist aber wegen des Klimas eingegangen. Die Sprache im allgemeinen ohne besondere Eigentümlichkeiten.
"Der Hund lässt von die Haare, aber nicht von die Nicken".
"Wer dick schmiert, fährt gut".
sie seint herausgezunken - sie sind herausgezogen.
Frau Schmidt.
Zum zweiten Mele [Male] verheiratet, mit Herrn Meier. 20 Lofstelle [Laufställe]

3142

1 Pferd /Elise/, 2 Kühe.

3139 turp.

Der Mann verdient nebenbei Geld durch das Fahren von Fuhren. Keine Kinder. Kommen aus Wohlhynien, von Manteuffel Katzdangen geholt. 1912 gekommen Meier verkauft seine Erzeugnisse im Dorfe, vor allem Eier und Milch; das hetreide [Getreide] geht an die Regierung. Wohnung sauber /geweisst/ und ordentlich. Lettischer Spruch auf Papierborte im Geschirrschrank.
Gerhard Henkel.
Schuhmacher. Hat viel zu tun. deutsche [Deutsche] wie Letten lassen bei ihm arbeiten. Sein Berufskollege ist auch deutsches [Deutscher]. Henkel hat sein Handwerk in Libau gelernt, erst seit 3 Jahren in Neuhausen. Sehr netter Kerl, 26 Jahre etwa alt, Geschäftsführer des Jugendbundes.
Angersbach.
Tischler und Stellmacher. Altes Ehepaar, zwei verheiratete Töchter. Die eine hat einen Letten, die andern [andere] einen deutschen [Deutschen] /Borchert/ geheiratet. Die Tochter der Mischehe soll nicht glücklich sein, hat aber bildhübsche Kinder.
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Labots2019-04-19 20:41:13
Atšifrējums3139 turp.
Angersbachs haben eigenes Haus, aber kein eigenes Land. Die beiden Ehepaare /Angersbach-Borcher/ wohnen im gleichen Haus, haben aber getrennten Eingang; sollen sich nicht besonders vertragen, arbeiten aber zusammen. Haben kleinen Betrieb mit Kreissäge und Hobelmaschiene [Hobelmaschine], die durch Schwerölmotor getrieben werden Sollen sehr viel Arbeit haben. 1 Kuh, Höhner [Hühner]. Die Inneneinrichtung ist sehr sauber und sehr ordentlich.
In der Wolga - Kolonie, aus der sie Kommen [kommen], ist es ihnen gut gegangen. Auf Manteuffels Aufforderung nach Kurland gezogen. Sie sind stolz darauf, dass sie ursprünglich Schwaben sind: "Wir sind ordentlicher und reicher als die aus Wolhynien!" Es sind grosse und schlanke Menschen.

3143

Zum Essen gab es Kartoffelbrei, mit Eiersalat: "Schwabenessen, wie wir es gewohnt sind!" Der Eiersalat lastend aus saurer Milch mit hartgekochten und gehackten Eiern darin. Kalt. Schmeckte sehr gut.

3139 turp.

Frau näht hübsche Handarbeiten.
Milder.
Sehr arm, sehr schmutzig. 9 Kinder. Müssen alle schon auf die Arbeit gehen. Wohnen seit einem Jahr bei Angersbach, haben dort gemietet. Sind aus Wohlhynien gekommen, vor dem Krieg; dort hatten sie es sehr schwer. Haben als Knechte in Amboten, Schleck u. anderen Orten mehr gearbeitet. Das tägliche Brot wird durch Taglohnarbeit verdient. Frau als Wäscherin und Aufwärterin. Haben kein Land.
Daniel Blonk.
Lebendiger und sehr frisch [frischer] Kolonist. Seit einem Jahr in Neuhausen. Vorfahren kommen aus Pommern. 3 oder 4 Kinder. 120 Lofstellen [Laufställen].
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#LFK-1825-3139
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Labots2019-04-15 20:32:19
Atšifrējums3139 turp.
Haus ist frühers [früheres] lettisches Gesinden, soll aber von ihm umgebaut werden. Er führt jetzt schon Bauholz an, das von ihm selbst behobelt u.s.w. wird.
Black ist ein sehr tüchtiger Arbeiter und Landwirt; er hat nur Vieh, das er selbst bezogen hat, er sät nur Korn, des [das] unter seiner Obhut wuchs, er macht alles selbst. An dem Tage, da ich dort war, redete er Waldgebiet, das zu seinem Gesinde gehört, und machte es als Ackerland urbad. Er ist damit beschäftigt, in seinem grossen Garten eine Obstbaum plantage [Plantage] anzulegen - Kurz: es ist ein Vergnügen und ein grosses Erlebnis, einen Mutigen und schuffensfreudigen [schaffensfreudigen] Kolonisten zu sehen, der aus seinem Land einen "Garten" macht.
Er besitzt 11 Kühe, 3 Pferde, eine Menge Schweine und Hühner. Dicht beim Hof hat er einen Tischteich. Das Wasser für den Hof gewinnt er aus einem anderen Teich, der von einer Quelle gespeist wird. - Die Butter, die er selbst herstellt /Buttermaschine/, verkauft er in Schrunden.
Schon aus diesen wenigen Notigen [Notizen] und Erkundigungen ist die Verschiedenartigkeit der einzelnen Kolonisten zu ersehen; um hinter den allgemeinen und gleichen Lebensrhythmus aller Siedler zu kommen, ist längerer Aufenthalt notwendig. Ein festes dorfgemeinschaftsleben [Dorfgemeinschaftsleben] gibt es nicht ist erst im Entstehen und könnte vermutlich durch eine Türsorge [Fürsorge] der "Volkskundlichen Forschungsstelle" wertvoll gefördert werden. Zur Erhaltung und Stärkung des deutschtums [Deutschtums] in Neuhausen wäre und ist solch Türsorge [Fürsorge] notwendig.
Heinz Diewerge.
18.VI. 1935.
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Kartes leģenda



Tiek rādīti ieraksti 1-1 no 1.
#VietaDatumsVeidsVietas tips
  
1Valtaiķi
(Valtaiķi, Laidu pagasts, Kuldīgas novads)
11.06.1935 - 14.06.1935Dzirdēšanas vietaCiems

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